„Weniger (Fläche am Dach) ist oft mehr (Speicher im Keller)“

Am 25. Oktober 2017 fand im Wiener Heizungsmuseum „Brennpunkt“ die Bildungsinitiative Haustechnik zum Thema „Planung und Ausführung thermischer Solaranlagen nach ÖNORM H 7777“ statt. Der Fokus lag auf Förderbedingungen in Bezug zur Richtlinie 2010/31/EU, Anforderung an Energiekennzahlen, sowie OIB-Richtlinie 6 Energieeinsparung und Wärmeschutz.

Michael Mattes jun. eröffnete die Vortragsreihe mit dem titelgebenden Beitrag. Nach der Vorstellung der gesetzlichen Grundlagen und der Änderungen der Norm wurde über die unterschiedlichen Einsatzbereiche gesprochen. Vorrangig relevant ist die Norm für die Planung, Errichtung und Betrieb von solarthermischen Anlagen ausgenommen: Drain-Back-Anlagen, Thermosiphonsystemen, Speicherkollektoren und Solarduschen. Allgemein zu berücksichtigen ist unter anderem: das Verhältnis zwischen Kollektorfläche und Speichermasse. Außerdem ist eine Zusatzheizung vorzusehen. Weiters sind die Ö-Normen B 5019 und B 5021 für zentrale und dezentrale Warmwassererwärmungsanlagen relevant. Gegen Ende des Vortrags wurden noch die Umstände bei Anlagenstillstand (der heute NICHT mehr als Störung gilt, sondern als normaler Betriebszustand und daher in die Planung miteinberechnet werden muss!) und Stagnation (für die das Ausdehnungsgefäß eine Art Puffer bildet und daher einen großen Stellenwert hat) sowie die Bauteile der Solaranlage besprochen.

Durch die unterschiedlichen Kombinationen in der Praxis von Solarthermie mit Erdgas, Wärmepumpe, oder bei Sanierung, etc. entstand eine neue Forderung für die Solarthermie. Damit eine Förderung gewährt wird, ist ein Mindestanteil von alternativer Energie erforderlich.

Der zweite Vortrag wurde von Gerhard Friedrich gehalten und befasste sich mit dem Dendrit Planungsprogramm und damit die Wichtigkeit und Möglichkeiten des hydraulischen Abgleichs in elektronischer Form.

Im dritten Vortrag sprach Joachim Galler über Sicherheitseinrichtungen und Praxisbeispiele. Zentral waren hierbei die Themen Schutz gegen Überschreiten des maximalen Betriebsdruckes der maximalen Betriebstemperaturen und Möglichkeiten zur Erhöhung der Betriebssicherheit mittels kontrollierter Nachspeisung von frostgeschütztem Wärmeträger hinsichtlich der ÖNORM H 7777.

Mehr als 60 Teilnehmer aus den verschiedensten Bereichen der Branche kamen zusammen, um sich die Vorträge von Michael Mattes jun., Joachim Galler und Gerhard Friedrich anzuhören.

Wir bedanken uns bei den Vortragenden und Gästen, für das Interesse und für eine gelungene Veranstaltung!

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